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Nr. 2018 | 1

Serielles Erzählen

Serielles Erzählen findet sich in vielen Kunstformen, in medial mündlichen, schriftlichen und visuellen Kontexten. Es fungiert seit der Antike als Gestaltungsprinzip von Narrationen – vom Pergamonfries über die „Geschichten aus Tausendundeiner Nacht“, das „Decamerone“ oder „Micky Mouse“ bis zu Kino-Blockbustern wie „Star Wars“ oder HBO-Bestsellern wie „Game of Thrones“. Wer das gigantische Angebot an Buchreihen und Serien im Fernsehen und auf Streaming-Plattformen anschaut, muss zum Schluss kommen, dass der Mensch ein homo serialis ist – und das von Kindesbeinen an – und die boomenden Serien, die über audiovisuelle Kanälen vertrieben werden, zu einer neuen globalen Abonnementsökonomie führen. Mehr

  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Gute Bekannte. Buchserien und ihre Bedeutung für die Lesemotivation und die Leseaktivität von Kindern und Jugendlichen von Andrea Bertschi-Kaufmann

    Buchserien sind aus dem Lesealltag von Kindern und Jugendlichen längst nicht mehr wegzudenken. Die Faszination, welche von seriellen Erzählungen ausgeht, ist beständig und sie spielt im Rahmen der Lesesozialisation von heranwachsenden Leserinnen und Lesern eine bedeutende Rolle. Der folgende Beitrag umreisst diese Bedeutung einleitend und erläutert danach entlang von sieben kurzen Thesen, warum es gute Gründe für die Wertschätzung von Buchserien gibt, und dies sowohl in theoretischer als auch empirischer Sicht: Buchserien für Kinder und Jugendliche nehmen ein grundlegendes Prinzip des Erzählens auf (1), sie entlasten den Leseprozess (2), erleichtern die Aufnahme in die Lesegemeinschaft (3), festigen das Leseverhalten der Heranwachsenden (4), fördern die Lesemotivation, die Leseaktivität sowie die Lesekompetenz (5), sie funktionieren im Medienverbund (6) und übernehmen mit all diesem die Funktion einer Übergangsliteratur (7). Welche Bedeutung die Buchserien im schulischen Unterricht tatsächlich haben, ist noch kaum bekannt. Dieser und weiteren Fragen geht das aktuell laufende Forschungsprojekt Texte, Aktivitäten und Motivationen im Literaturunterricht auf der Sekundarstufe I - TAMoLi  nach. Einen Einblick in dieses Projekt und in erste Ergebnisse zur Lektürewahl gibt der letzte Teil dieses Beitrags (8).

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis Strubbeliger Alltag. Merkmale seriellen Erzählens an einem Comic erarbeiten von Felix Giesa

    Der Beitrag stellt die Comicserie Kleiner Strubbel der Autorin Céline Fraipont und des Zeichners Pierre Bailly vor. Der textlose Comic ermöglicht aufgrund seiner schematischen Struktur das Erkennen und Nachvollziehen von seriellen Strukturmustern, die sich analog auch etwa in Fernsehserien oder Romanreihen finden lassen.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Dynamik von Plots, Improvisation und Segmentierung: Neue Perspektiven für den Literaturunterricht von Raphaël Baroni

    Der Beitrag nimmt Bezug auf einzelne Passagen meines Buchs Les Rouages de l'intrigue (Die Mechanismen von Plots). Ich vertrete darin die These, dass Handlungen improvisiert werden können, da sie im Wesentlichen darauf ausgerichtet sind, den Wunsch nach Auflösung zu erzeugen. Um Plots analysieren zu können, muss man das Zusammenspiel von Handlungsablauf, Erzählform und ihrer Wirkung anschauen. Auf der Basis dieser funktionalistischen Neudefinition von Plots wird erläutert, inwiefern diese Analyse für die Literaturwissenschaft relevant ist. Ich setze mich insbesondere mit der narrativen Segmentierung und dem Phänomen des Cliffhangers auseinander, der durch die Gliederung in Episoden oder Kapitel erzeugt werden kann. Die Schlussfolgerung weist auf die Schwierigkeit hin, Form- und Funktionsanalyse miteinander zu verbinden und zeigt die Bedeutung dieses Bezugs für den Literaturunterricht auf, in dem das Interpretieren von Texten erlernt und die kritischen Fähigkeiten von Lernenden gestärkt werden soll.

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  • Weiterer Artikel |  aus der Wissenschaft Entwicklung eines Instruments zur Einschätzung mündlicher Textfähigkeiten bei Kindergartenkindern von Dieter Isler, Claudia Hefti, Katharina Kirchhofer, Iris Dinkelmann

    Herausfordernde Sprachhandlungen wie Berichten, Erzählen, Erklären oder Argumentieren sind für erfolgreiches schulisches Lernen in allen Fächern von hoher Relevanz. In Abhängigkeit von ihren familiären Erwerbskontexten sind junge Kinder beim Eintritt in den Kindergarten aber unterschiedlich vertraut mit solchen "mündlichen Texten". Damit wird die Erwerbsunterstützung mündlicher Textfähigkeiten durch die Kindergarten-Lehrperson zu einem Schlüsselfaktor für die Nutzung schulischer Bildungsangebote. Wie aktuelle Studien zeigen, ist der Anteil herausfordernder Sprachhandlungen in pädagogischen Einrichtungen ausbaufähig, lässt sich das erwerbsunterstützenden Handeln der Fachpersonen optimieren und wirkt sich ein optimiertes Handeln der Fachpersonen günstig auf das sprachliche Lernen der Kinder aus. Bisher fehlen aber Studien, die diese Wirkung im Hinblick auf mündliche Textfähigkeiten und methodisch robust untersuchen.
    Die geplante Interventionsstudie "Erwerbsunterstützung mündlicher Textfähigkeiten im Kindergarten" (EmTiK) soll zur Schliessung dieser Forschungslücke beitragen. Dazu sind neue Instrumente zur Einschätzung des erwerbsunterstützenden Lehrpersonenhandelns und der mündlichen Textfähigkeiten der Kinder notwendig. Im vorliegenden Beitrag werden zunächst die Grundlagen und Ziele der geplanten Interventionsstudie skizziert. Danach wird die Entwicklung des Instruments zur Einschätzung der mündlichen Textfähigkeiten bei den Kindern fokussiert: Es geht um seine theoretische Konzeption, das Vorgehen bei der Erhebung, Aufbereitung und Einschätzung der Daten und die Ergebnisse seiner Erprobung (bei N = 109 Kindern). Abschliessend werden inhaltliche Erträge dieser Instrumententwicklung und methodische Herausforderungen im Hinblick auf die Hauptstudie diskutiert.

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  • Weiterer Artikel |  aus der Praxis Textsorten im Sprachunterricht von Véronique Marmy Cusin, Barbara Tscharner

    An einer zweisprachige Tagung an der HEP-PH-Freiburg/Fribourg sind rund fünfzig Didaktiker*innen und Sprachwissenschafter*innen der Frage nach der Bedeutung von Textsorten/Textgenres im Sprachunterricht nachgegangen. Die Bedeutung des Textgenres als Kommunikate zur Entwicklung von kontextualisierten Lese- und Schreibkompetenzen und die Bedeutung von Schreiben und Lesen als kulturelle Praxis für das Lehren und Lernen wurden hervorgehoben. Textgenres wurden wegen ihrer sprachenübergreifenden Eigenschaften nicht zuletzt als Gegenstand für einen sprachenvergleichenden Unterricht identifiziert. Die sozio-historische Konstruktion von Textgenres und deren sprachwissenschaftliche, didaktische  wie auch schulische Verortung in den beiden Sprachräumen wurden von verschiedenen Seiten beleuchtet.

    Zweisprachiger Artikel: Deutsch / Französisch

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Untersuchung eines Cliffhangers in "Sherlock" (BBC) von Anaïs Goudmand

    Der Beitrag untersucht die Funktionsweise eines Cliffhangers in einer von der BBC produzierten TV-Serie mit dem Titel «Sherlock». Er setzt sich sowohl mit der Produktions- als auch der Rezeptionsseite auseinander und stützt sich dabei auf kritische Kommentare des TV-Publikums in einem Kontext, in dem die narrativen Mechanismen des Cliffhangers klar identifiziert und einem narrativen Stereotyp zugeordnet werden. Es soll gezeigt werden, wie das gemeinsame fiktionale Wissen von MacherInnen und Publikum und die Einbettung der Serie in den medialen Raum Erwartungen aufrechterhalten und die Interpretation des Erzählten beeinflussen können.

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis Séries TV, le chemin vers une adoration planétaire von Nicolas Dufour

    Im Jahr 2018 werden mehr Fernsehserien als je zuvor in der Geschichte der audiovisuellen Medien produziert. Allein in den USA werden 500 neue Serien oder Fortsetzungen von Serien angeboten. Das Genre boomt von den Vereinigten Staaten bis Südkorea. Begründet liegt dieser Erfolg in der raschen Expansion von Online-Plattformen wie Netflix.

    Ausgehend vom klassischen Fortsetzungsroman in Zeitungsfeuilletons wird die TV-Serie zum Herzstück einer neuen globalen Abonnementsökonomie.

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis "Die kleinen Küken" - eine peppige Bilderbuchreihe von Violaine Héritier

    In diesem Artikel berichtet eine Buchhändlerin über den Erfolg der Bilderbuchreihe der „P'tites Poules“ von Christian Jolibois und Christan Heinrich. Sie befragt ihre Kunden dazu und beschreibt anschliessend die Figuren der Reihe, die kulturellen Bezüge, die darin gemacht werden, und ihre Inhalte, die Erwachsene mit ihren Kindern teilen und ihnen vermitteln möchten. Die Autorin bringt auch ihre eigene Sichtweise auf die Reihe ein.

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  • Weiterer Artikel |  aus der Praxis «Der Wolf betritt den Käfig…». Kinder diktieren Erwachsenen ihre Texte – ein anderer Zugang zur Schriftlichkeit von Sandrine Aeby Daghé, Margareta Almgren

    Der Beitrag greift eine aktuelle Diskussion in der Ausbildung von Genfer Primarlehrerinnen und Primarlehrer auf. Es geht um die Grundlagen von Schreibanlässen für verschiedene Textsorten in den ersten Schuljahren. Wir unterscheiden die schriftlichen und textbezogenen Lernstrategien, die dem Diktat mit Erwachsenen zugeordnet werden, und zeigen anschliessend auf, dass der Zweck eines Textes und sein Adressat als Motivation für das Schreiben in kommunikativer Hinsicht wichtig sind (Almgren & Aeby Daghé, 2012). Die Analyse der von 6- bis 7-jährigen Kindern (3. Klasse) beim Diktat mit Erwachsenen entstandenen Texte über den Schluss des Märchens «Trois petits moutons“ (Drei Schäfchen)» von Agnès Cathala widerspiegelt die unterschiedlichen Vorstellungen der Kinder über den Zweck des Textes, die Rolle des Sprechenden und des Adressaten. Die Schwierigkeiten der Lernenden, von einer ersten Textsorte zu einer zweiten zu wechseln (Bakthine, 1984), weisen darauf hin, wie wichtig es ist, diese Dimensionen deutlich zu machen, damit sich die Schülerinnen und Schüler der Unterschiede zwischen mündlichen und schriftlichen narrativen Texten bewusst werden. In dieser Hinsicht möchte der Beitrag die Unterrichts- und Lerngegenstände des frühen Schreibens klären.

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Stimmen zur Plattform

Für meine eigene Arbeit sind die aktuellen Einblicke in benachbarte Forschungsfelder von besonderer Bedeutung. Cornelia Rosebrock, Goethe-Universität, Frankfurt a.M.
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